Frauen-Kampf-Kalender 2018: Angela Davis

4. Fensterchen


Angela Davis, 1972 in Ost-Berlin


Angela Davis

Ich erinnere mich daran, dass ich eine der "Eine Million Rosen für Angela Davis" malte. Ich war damals 13 Jahre alt und fragte mich, wieso man darauf kommen konnte, Menschen, nur weil sie eine dunkle Haut hatten, schlechter zu behandeln. Verstehen konnte ich das nicht.
Soviel bewirken zu können mit einfachen von Kindern gemalten Rosen, mit einer gemeinsamen weltweiten Aktion, hat mich tief geprägt. Die Regierung des mächtigsten Landes der Welt musste sich unserem Willen beugen. So etwas vergisst man nie. Man könnte sich über soviel Naivität lustig machen, aber ich weiß, dass sich damals der Gedanke der Solidarität tief in mir veankert hat. Es war beglückend zu erleben: Ich kleiner Wicht, habe mit meiner Postkarte geholfen, dass Angela Davis frei kommt. Wir müssen nur viele sein und gemeinsam handeln.
Bei aller Kritik bin ich meinem Herkunftsland für diese Erfahrung dankbar.

Die Geschichte der Angela Davis könnte ich mit wenigen Worten gar nicht wiedergeben. Der Prozess gegen Sie und ihre Mitstreiter von der Black-Panther-Bewegung, war ein Verfahren in einer langen Reihe von Schauprozessen gegen Regierungsgegner. FBI-Direk­tor J. Edgar Hoover hätte sie gerne in der Gaskammer gesehen. Die internationale Aufmerksamkeit hat es nicht soweit kommen lassen. Nach langer zermürbender Haft wurde Angela Davis, von den ausschließlich weißen Geschworenen, in allen Punkten freigesprochen.

Auch heute, weit in den 70igern, ist sie aktiv im Kampf für Emanzipation und zwar für Frauen, Männer, Schwarze, Homosexuelle, Unterdrückte überall. Denn der "Feind" ist nicht das andere Geschlecht, nicht die andere Religion, nicht "das Fremde" sondern das System. Ohne dieses System zu ändern, wird es keine wirkliche Emanzipation geben.

“Wenn der breite Kampf um die Befreiung der Frau je existieren sollte, dann mit dem Ziel die Energien, die er freisetzt, in die vereinte Befreiung von Männern und Frauen zusammen zu stecken […] Sie [bürgerlich-feministische Organisationen] wurden extremistische Organisationen mit der Vorstellung weiblicher Überlegenheit, die den Kampf der einfachen Bevölkerung und Unterdrückten vergessen und selbst die Rolle von Unterdrückern eingenommen haben.“ Aus: „Black Panther Sisters talk about Women’s liberation“

Kommentare

  1. Angela, 1000 Rosen aus der DDR und dann 1972 bei den Weltfestspielen selbst erlebt!

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