Frauen-Kampf-Kalender 2018: Alexandra Kollontai

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 Alexandra Kollontai


Alexandra war ein kluges Kind. Sie erhielt eine für damalige Verhältnisse umfangreiche Schulbildung. Das Abitur legte sie in St. Petersburg ab.
Auf Wunsch der Eltern heiratete sie ihren Cousin und bekam einen Sohn. Sie verlies Mann und Kind um sich politisch zu engagieren: "Ich wollte frei sein..."
1898 ging sie nach Zürich und studierte an der dortigen Universität Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Von Anfang an thematisierte sie Frauenrechte und Gleichberechtigung in ihren Schriften. Weil ihr, wegen der Radikalität ihrer Schriften und Äußerungen, immer wieder Verhaftungen drohten, verbrachte sie Jahre im Exil in Deutschland, Frankreich und Skandinavien.  Mit Beginn des ersten Weltkrieges wurde sie als feindliche Ausländerin in Deutschland interniert. Karl Liebknecht setzte sich für sie ein und so sie konnte nach Skandinavien entkommen.

Sie kehrte 1917 nach Russland zurück und schloss sich Lenin an.
Kerenski, Ministerpräsident der provisorischen Regierung, klagte sie des Landesverrates an. Maxim Gorki holte sie darufhin auf Kaution aus dem Gefängnis. 
A. Kollontai, hier neben Clara Zetkin
Am 7. November 1917 beauftragte Lenin sie mit der Leitung des Volkskommissariats für Soziale Fürsorge. Sie war die erste Frau im sowjetischen Kabinett und damit die erste Ministerin der Welt. Sie setze in der jungen Sowjetunion einen besseren Mutterschutz und ein die Frauen weniger benachteiligendes Eherecht durch. Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und kollektive Kindererziehung waren ihre erklärten Ziele. 

Nach jahrelangen aufreibenden politischen Differenzen mit der Parteibürokratie, entschied sie als Gesandte der Sowjetunion ins Ausland zu gehen.
Sie war in den folgenden Jahren maßgeblich an verschiedenen Verhandlungen um Wirtschaftsverträge und um die Aufnahme der Sowjetunion in die Völkergemeinschaft beteiligt.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges zog sie sich von allen Ämtern zurück blieb aber Beraterin des Außenministeriums. Sie starb am 9.März 1952.
Alexandra Kollontai blieb zeitlebens Feministin und Sozialistin. Allerdings hielt sie nicht viel von der bürgelichen feministischen Bewegung und war überzeugt, dass nur im Sozialismus eine wirkliche Gleichberechtigung der Geschlechter möglich sei:

„Nicht die sexuellen Beziehungen bestimmen das moralische Ansehen der Frau, sondern ihr Wert im Arbeitsleben, bei der gesellschaftlich-nützlichen Arbeit“
Der Asteroid (2467) Kollontai wurde nach ihr benannt. 

 





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